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25.11.2013 | Gesundheitsnetz Viersen AG:

Zukunftsszenario Ärztemangel

Die Kassenärztliche Vereinigung hat erstmals einen Versorgungsreport vorgestellt. Darin wird unter anderem detailliert geschildert, wie die gesundheitliche Versorgung im Jahr 2030 aussehen könnte. Auch für den Kreis Viersen gibt es Zahlen.


Kreis Viersen – Der Kreis Viersen im Jahr 2030: In einem überfüllten Wartezimmer sitzen oder stehen die mehrheitlich über 60-jährigen Patienten und warten seit Stunden, bis sie endlich ins Behandlungszimmer dürfen. Doch keiner murrt. Kein Wunder, schließlich sind sie froh, überhaupt noch einen Arzt in ihrer Nähe zu haben. Dieses Zukunftsszenario ist gar nicht so unwahrscheinlich. Denn die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) hat jetzt erstmals einen Versorgungsreport vorgestellt. Darin präsentiert die KVNO Daten zu den Auswirkungen des demografischen Wandels auf die ambulante medizinische Versorgung. Auch für den Kreis Viersen liegen Prognosen vor.     

„Laut der Hochrechnung fehlen 2030 über 80 Hausärzte im Kreis“, sagt Dr. Johann Heinrich Arens von der Gesundheitsnetz Viersen AG. „Dazu kommen noch die Fachärzte, darunter zum Beispiel 17 fehlende Augenärzte oder neun Hautärzte, die in der Region zu wenig sind.“ Andere Städte und Kreise sind noch schlechter dran. Der Kreis Viersen liegt im Mittelfeld der Tabelle. In den Versorgungsreport flossen zum Beispiel Analysen von Abrechnungs- und Strukturdaten der KVNO ein. Berücksichtigt wurden auch die Demografie der Bevölkerung und der Ärzteschaft sowie die Beliebtheit der Kreise und Städte für eine Niederlassung.

Ein Versorgungsengpass zeichnet sich vor allem bei den Hausärzten ab. Aktuell beträgt das Durchschnittsalter knapp 53 Jahre. Im Kreis Viersen kommt derzeit auf rund 1.700 Einwohner ein Hausarzt. Das ist laut Versorgungsauftrag gerade noch angemessen. Der nordrheinische Durchschnitt liegt bei rund 1.600 Einwohnern. „Dass wir ein Nachwuchsproblem haben, ist ja seit langem bekannt. Doch nun liegen konkrete Zahlen vor, mit deren Hilfe man gegensteuern kann“, sagt Dr. Arens. „Die Menschen erwarten auch in Zukunft eine gute und verlässliche ambulante Versorgung, die möglichst schnell und leicht erreichbar ist. Das sollte unser Anspruch sein.“

Populistische Koalitionsverhandlungen verschärfen die Situation

Im Versorgungsreport konnten die Ergebnisse der aktuellen Koalitionsverhandlungen natürlich nicht berücksichtigt werden. Nach Ansicht des Gesundheitsnetz Viersen würde sich die Situation dadurch noch verschärfen. Denn CDU und SPD wollen gesetzlich Versicherten künftig Facharzttermine innerhalb von vier Wochen garantieren. Wenn die Kassenärztliche Vereinigung dies nicht ermöglicht, sollen die Betroffenen in ein Krankenhaus gehen dürfen. Bezahlt werden müsste dies aus dem Budget der Praxisärzte. „Diese Forderung halten wir für populistisch. Damit würden wir für volle Wartezimmer bestraft und die KV dafür, dass sie den Ärztemangel verwaltet“, kommentiert Arens die Pläne. Die Konsequenz laut Gesundheitsnetz: Die Anzahl der niedergelassenen Ärzte verringert sich weiter, der Versorgungsengpass wird größer.

Die Gesundheitsnetz Viersen AG ist ein Zusammenschluss freiberuflicher Ärzte der Region. Gegründet wurde das Gesundheitsnetz im Jahr 2000. Dem Netz als Kooperationspartner angeschlossen sind die regionalen Krankenhäuser AKH Viersen und Städtische Kliniken Nettetal.

Zahlen und Fakten zum Ärztemangel in Nordrhein:

  • Der Anteil der über 60-jährigen Hausärzte in Nordrhein liegt bei bis zu 27 Prozent (abhängig von der Region).
  • Rund 1.600 Einwohner pro Hausarzt – das ist der nordrheinische Durchschnitt. Kreis Viersen: 1.700 Einwohner pro Hausarzt.
  • Bis 2030 treten über 80 Prozent der heute praktizierenden Haus- und Fachärzte in den Altersruhestand.
  • Um das Versorgungsniveau von heute zu halten, fehlen rund 5.000 Hausärzte.
  • Quelle: Versorgungsreport der KVNO 2013 www.versorgungsreport.de
Ihr Ansprechpartner.

Kaspar Müller-Bringmann

Inhaber des Medienbüro Müller-Bringmann und Chefredakteur.

Telefon +49(0)2166.6282-0

   

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