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Präsentieren eines der beiden sogenannten ECMO-Geräte, die im AKH Viersen im Einsatz sind (von links): Dr. Frank Schleibach, Chefarzt des Instituts für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, und Professor Dr. Nicolas von Beckerath, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie im AKH Viersen.
22.02.2021 | Intensivmedizin im AKH Viersen auf höchstem Niveau

Mit ECMO Leben retten

Viersen – Wenn die Lunge schwer geschädigt ist, kann eine Maschine die Sauerstoffaufnahme des Betroffenen übernehmen: die Extrakorporale Membranoxygenierung kurz ECMO. Sie reichert venöses Blut mit lebenswichtigem Sauerstoff an, entzieht ihm das schädliche Kohlendioxid und führt es wieder in den Blutkreislauf zurück. Als einzige Klinik im Kreis Viersen verfügt das Allgemeine Krankenhaus (AKH) gleich über zwei ECMO-Plätze. Bereits seit 2018 kommen die hochkomplexen Geräte bei verschiedenen medizinischen (Not-)Fällen zum Einsatz. So auch bei Corona-Intensivpatienten.

„Wir waren froh, dass wir schon vor der Pandemie Erfahrung mit dem Einsatz der ECMO hatten“, berichtet Dr. Frank Schleibach, Chefarzt des Instituts für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie. „So konnten wir unter anderem bei der Behandlung von Covid-19-Patienten darauf aufbauen und eine Maximal-Versorgung im Bereich Lungenversagen anbieten. Diese Expertise ist sicherlich auch mit ein Grund, warum das AKH Viersen auch Corona-Patienten aus dem benachbarten Ausland behandelt hat.“

Zusätzliche Sicherheit durch ECMO

Aber auch außerhalb der Behandlung von Covid-19-Patienten kommt die ECMO im AKH Viersen regelmäßig zum Einsatz: Unterschieden wird dabei zwischen einer Veno–Venösen (VV)-ECMO, sie übernimmt die komplette Lungenfunktion – bis diese sich erholt hat – und einer Veno-Arteriellen (VA)-ECMO, die die Herz- und Lungen-funktion übernimmt. Während die VV-ECMO bei allen Arten von Lungenversagen zum Einsatz kommt, wird die VA-ECMO bei Reanimationen, schweren Schockzuständen und Eingriffen am Herzen genutzt. Ergänzend wird im AKH bei Schockzuständen und während komplexer Kathetereingriffe an den Herzkranzarterien eine sogenannte Impella, eine Pumpe zur Unterstützung des Kreislaufs, verwendet. Diese pumpt Blut aus der linken Herzkammer in die Hauptschlagader (Aorta) und entlastet dadurch die linke Herzkammer. Zusammenfassend stehen im AKH jetzt die in großen Zentren verwendeten Systeme zur Herzkreislaufunterstützung zur Verfügung. Auch für die Behandlung von Herzinfarkten bedeutet das zusätzliche Sicherheit.

„Mit dieser exzellenten technischen Ausstattung und dem entsprechenden personellen Know-How bieten wir am AKH Viersen Intensivmedizin auf höchsten Niveau an“, betont Professor Nicolas von Beckerath, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie.

Zusammenarbeit ist unverzichtbar

„Die hervorragende Zusammenarbeit von Anästhesie und Kardiologie im Bereich der Lungenersatztherapie und der Herzkreislaufunterstützungssysteme ist sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal des AKH Viersen“, betont Professor von Beckerath. Für den Einsatz der ECMO sei viel Personal und Fachwissen nötig. Daher sei eine Zusammenarbeit der beiden Abteilungen unverzichtbar. Die Patienten werden im AKH rund um die Uhr betreut. Aus diesem Grund wurde auch ein eigener ECMO-Dienst eingerichtet, der durch Fachkräfte aus beiden Abteilungen besetzt wird. „Wir hoffen natürlich, dass wir die ECMO selten einsetzen müssen, sind aber andererseits froh, mit solchen technisch komplexen Geräten Leben retten zu können“, so Professor von Beckerath.

Das Allgemeine Krankenhaus Viersen

Das Allgemeine Krankenhaus Viersen ist mit 315 Planbetten ausgestattet und behandelt jährlich rund 18.000 Patienten stationär sowie nahezu 30.000 Patienten ambulant. Mit seinen zwölf Fachabteilungen leistet es einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Versorgung im Kreis Viersen und darüber hinaus. Mit etwa 900 Mitarbeitern zählt das AKH zu den größten Arbeitgebern in Viersen.

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